Die Ausbildereignungsprüfung – Von der Prüfungsvorbereitung bis zu den Kosten


Die Ausbildereignungsprüfung - Von der Prüfungsvorbereitung bis zu den Kosten - GripsCoachTV

Die Ausbildereignungsprüfung - Von der Prüfungsvorbereitung bis zu den Kosten

Wer im Betrieb für die Ausbildung und Fortbildung zuständig ist, muss für die meisten Berufsfelder den Ausbilderschein erwerben. Dafür ist das erfolgreiche Bestehen der zweiteiligen Ausbildereignungsprüfung erforderlich. Die Prüfung wird bei der IHK, der HWK oder einer staatlich anerkannten Einrichtung abgelegt. Die Zulassung ist ohne Einschränkungen möglich. Für das Bestehen ist allerdings eine gründliche Vorbereitung notwendig.

Was ist die Ausbildereignungsprüfung?

Mit der erfolgreich abgelegten Prüfung erwirbst du den Ausbilderschein nach AEVO (Ausbilder-Eignungsverordnung). Der Schein wird auch AdA-Schein genannt, nach der Abkürzung für Ausbildung der Ausbilder. Die Inhalte der Prüfung orientieren sich an deinem Berufsfeld, aber: Der Ausbilderschein ist nicht berufsspezifisch - das heißt, wenn du den Schein hast, kannst du in zahlreichen Berufsfeldern ausbilden. Ausnahmen sind die sogenannten Freien Berufe, für die kein Ausbilderschein notwendig ist.

Die Inhalte der Ausbildereignungsprüfung umfassen einen theoretischen (schriftlichen) und einen praktischen (mündlichen) Teil. Die Prüfung kann prinzipiell jede Person ablegen, die in einem Unternehmen ausbilden soll. Als einzige Voraussetzung gilt die rechtzeitige Anmeldung bei der zuständigen Kammer.

Wo kannst du die Ausbildereignungsprüfung ablegen?

Zuständig ist entweder

  • die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder
  • die Handwerkskammer (HWK) oder
  • eine staatlich anerkannte Bildungseinrichtung oder
  • eine öffentlich-rechtliche Körperschaft mit der Befugnis, Ausbildereignungsprüfungen abzunehmen

Wenn du in einem Handwerksberuf ausbilden möchtest, meldest du dich bei der HWK zur Prüfung an, bei kaufmännischen Berufen und Berufen in der Industrie bei der IHK. Sonstige Bildungseinrichtungen müssen eindeutig die Genehmigung zur Prüfungsabnahme vorweisen können.

Keine Regel ohne Ausnahme: Bei einigen Berufen und beruflichen Fortbildungen entfällt der schriftliche Prüfungsteil oder sogar die gesamte Ausbildereignungsprüfung. Wer eine Meisterprüfung erfolgreich bestanden hat, ist automatisch Ausbilder (Die Ausbildereignungsprüfung entspricht dem 4. Teil der Meisterprüfung). Bei IHK-Fortbildungen zum Fachwirt ist die schriftliche Ausbildereignungsprüfung nicht extra erforderlich, sondern bereits in die IHK-Fortbildungsprüfung integriert. Die praktische Prüfung muss trotzdem abgelegt werden!

Anders sieht es dagegen aus, wenn du an einer Prüfung teilgenommen hast, die von einer privatrechtlichen Einrichtung absolviert wurde - dann ist die Ausbildereignungsprüfung nach AEVO nochmals bei der IHK, der HWK, einer staatlich anerkannten oder öffentlich-rechtlichen Einrichtung abgelegt werden, auch wenn die Inhalte identisch sind.

Online-Training
Azubi-Ausbilder werden und beruflich aufsteigen

Erfahre in diesem Webinar, wie Du mit dem Ausbilderschein 37,5 % mehr verdienst.

Anmelden >>

Vorsicht vor schwarzen Schafen im privaten Bildungsbereich

Lange Rede, kurzer Sinn: Private Bildungseinrichtungen sind super für die Vorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung geeignet. Die Prüfung selbst solltest du aber nur bei einer der vorgenannten Institutionen absolvieren. Sonst musst du eventuell die Prüfung zweimal machen und zweimal die Prüfungsgebühr bezahlen. Gute private Institutionen weisen dich bereits im Vorfeld darauf hin und schwatzen dir keine unnötige Prüfung auf.

Der Ablauf der Ausbildereignungsprüfung

Die beiden Prüfungsteile finden nacheinander im Abstand von einigen Tagen oder Wochen statt. Die schriftliche Prüfung wird immer zuerst abgelegt, sie dauert etwa drei bis vier Stunden. Wenn du diesen Prüfungsteil erfolgreich absolviert hast, erhältst du eine Einladung zur praktischen Prüfung. Dafür musst du ungefähr eine halbe Stunde einplanen.

Im schriftlichen Teil wird theoretisches Wissen rund um die Ausbildung abgefragt. Je nach Kammer gestaltet sich dieser Prüfungsteil aus offenen Fragen mit einer einzigen richtigen Antwortmöglichkeit, die du entweder ankreuzt oder frei beantwortest. Die zweite Variante sind Fragen im Multiple-Choice-Verfahren. Dabei wählst du aus mehreren Antwortmöglichkeiten die richtige Antwort aus, manchmal sind auch mehrere Antworten korrekt. Außerdem sind Mischformen aus den beiden Frageverfahren möglich.

Die Inhalte der schriftlichen Prüfung beziehen sich auf allgemeines Wissen rund um die Ausbildung und auf den Umgang mit Auszubildenden. Es geht beispielsweise um:

  • die Erstellung eines betrieblichen Ausbildungsplans
  • die Unterstützung und Motivation der Auszubildenden
  • die Beratung der Azubis bei auftretenden Problemen
  • die Vorbereitung der Azubis auf die Ausbildungsprüfung

Bei der praktischen Prüfung geht es direkt um Inhalte, wie sie auch in der täglichen Arbeit mit Auszubildenden vorkommen. Dieser Prüfungsteil kann als Präsentation gestaltet werden oder als praktische Durchführung einer Ausbildungssituation - zum Beispiel eine Anweisung, wie eine bestimmte Tätigkeit durchzuführen ist. In diesem Prüfungsteil kannst du diverse Medien nutzen.

Im Anschluss folgt noch ein Prüfungsgespräch, das du mit den Mitgliedern des Prüfungsausschusses führst. Keine Angst, dieser Teil klingt für viele erschreckend, ist es aber tatsächlich nicht. Wenn du gut vorbereitet bist, fühlst du dich in der Materie sicher und kannst dem Gespräch selbstbewusst entgegen sehen. Denkbare Themen sind etwa: Wie beurteilst du einen Azubi? Wie sieht deine Ausbildungsplanung aus?

Das Ergebnis teilt dir der Prüfungsausschuss nach einer kurzen Beratung umgehend mit. Den Ausbilderschein erhältst du nach einigen Tagen, bei manchen Kammern auch sofort.

Gibt es Unterschiede zwischen IHK und HWK?

Im theoretischen Prüfungsteil verwenden Industrie- und Handelskammern überwiegend Multiple-Choice-Fragen, während bei Handwerkskammern eher Single-Choice-Fragen üblich sind.

Beim praktischen Prüfungsteil hast du immer die Wahl, ob du dich für eine Präsentation oder die Darstellung einer Ausbildungssituation entscheidest. Der Prüfungsausschuss lässt dir freie Hand.

Deine optimale Prüfungsvorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung

Die Prüfungsvorbereitung dient dazu, dass du auf mögliche Fragestellungen so gut wie möglich vorbereitet bist. Dafür sind verschiedene Institutionen sehr gut geeignet. Die Kammern bieten eine Prüfungsvorbereitung an, du kannst dich aber auch an Volkshochschulen, staatliche oder private Bildungseinrichtungen wenden. Entscheidend sind folgende Faktoren für deine Wahl:

  • Möchtest du den Vorbereitungskurs in Vollzeit absolvieren? Dann muss dich entweder dein Arbeitgeber dafür freistellen oder du investierst eigene Urlaubstage.
  • Bist du ein Lerntyp, der sich abends und/oder am Wochenende gut konzentrieren kann? In diesem Fall ist ein berufsbegleitender Vorbereitungskurs die richtige Lösung.
  • Bist du gern zeitlich unabhängig und flexibel? Dann ist ein Online-Vorbereitungskurs oder ein sonstiger Fernkurs für dich die beste Wahl! Du erhältst das Lernmaterial schriftlich oder online. Webinare und Videos ergänzen das Material. Sinnvoll sind auch einzelne Präsenzveranstaltungen.

Egal, für welches Modell du dich entscheidest: Informiere dich vorher über die anfallenden Kosten. Auch eine persönliche Beratung beziehungsweise die Möglichkeit, Fragen zu stellen, sollte integriert sein.

Was sind die Prüfungs-Zulassungs-Voraussetzungen?

Du musst keine Voraussetzungen erfüllen. Eine schriftliche Anmeldung für die Ausbildereignungsprüfung reicht aus.

Wie hoch sind die Kosten für die Prüfung?

Die Prüfungsgebühren sind je nach Region, Stadt und Kammer unterschiedlich hoch. Die Spanne reicht von etwa 90 Euro bis 200 Euro. Im Schnitt bist du mit ungefähr 150 Euro dabei.